Archiv der Hansestadt Lübeck

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Tektonik: 05 Private Archive
. 05.5 Familienarchive und Nachlässe
..Bestand: 05.5 Bruns, Friedrich - (Erwerb Alt/9)


Vorwort: Friedrich Bruns wurde am 6. Oktober 1862 als Sohn eines alten Lübecker "Stecknitz-Fahrer-Geschlechts" geboren. Er starb am 6. November 1945 in Lübeck. Er studierte in Marburg und schloss sein Studium mit einer Dissertation "Die Vertreibung Herzog Heinrichs von Braunschweig durch den Schmalkaldischen Bund", Marburg 1889 ab. Er war als Syndikus (Schriftführer) der Bürgerschaft tätig und gehörte über Jahre zu den regelmäßigen Besuchern/Benutzern des Lübecker Archivs. Über 40 Jahre lang war er Mitglied des Vereins für Lübeckische Geschichte und Altertumskunde, seit 1895 Mitglied im Hansischen Geschichtsverein. 1943 wurde ihm zum Dank für sein Lebenswerk die Ehrenmitgliedschaft des Vereins für Lübeckische Geschichte und Altertumskunde verliehen. Neben vielen Vorträgen und kleineren Veröffentlichungen erschien 1898 die "Verfassungsgeschichte des Lübeckischen Freistaates 1848-1898" und 1900 die Studie über die Sekretäre des Deutschen Kontors zu Bergen. Er galt als großer Bergen-Kenner und stand bis zum Schluß in engem Kontakt zu Bergen/Norwegen. Außerdem arbeitete er an dem vierten Band des Hansischen Urkundenbuchs (hsg. v.Paul Kunze 1896) mit sowie an den Lübecker Chroniken (Chroniken der Städte Bd. 4 und 5) 1910-14.

In seinem Nachlass befinden sich hauptsächlich handschriftliche Notizen und Manuskripte zu seinen Veröffentlichungen und Vorträgen. Der Nachlaß enthält aber auch geneaologische Unterlagen zur Familienforschung Bruns (Nr. 2 und 3) sowie eine eigene Bibliographie (Nr. 1). Vorwiegend ist Material über seine Hauptforschungsgebiete, die Handelsstraßen (Nr. 142a-160), Bau- und Kunstdenkmäler Lübecks (Nr. 93-141) sowie die Bergenfahrer (Nr. 187-218) vorhanden.

Der Nachlass wurde anscheinend bald nach seinem Tode dem Archiv des Hansischen Geschichtsvereins einverleibt, in dem noch eine Reihe von Nachlässen verschiedener Hanseforscher verwahrt werden. 1954 hat man dann aus dem Bruns-Nachlass die auf die lübeckische Geschichte bezogenen Unterlagen herausgelöst und sie dem Handschriftenbestand des Archivs der Hansestadt Lübeck zugeführt. Eine genaue Bearbeitung war nicht vorgenommen worden. Im August 2002 wurden die beiden Teile wieder zusammengeführt, einer genauen Verzeichnung unterzogen und dem Bestand Nachlässe und Familienarchive des Archivs der Hansestadt Lübeck zugeordnet.

Quellenangaben/Literatur: A. v. Brandt: Friedrich Bruns (1862-1945) in: Hansische Geschichtsblätter 69, 1950, S. 100.
Zeitschrift des Vereins für Lübeckische Geschichte und Altertumskunde 31, 149, S. 255.

Lübeck, den 25.9.2002 Merle Gohla
Inhalt: Wissenschaftlicher / künstlerischer Nachlass, Materialsammlung
Erschließungszustand/Umfang: 235 Akteneinheiten
Verwaltungsgeschichte: Nachlass von Bruns, Friedrich (1862-1945)




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